PORTRÄT Amsel, Turdus merula, Download

AMPLE Edition - Karl-Heinz Dingler

Deutscher Name: Amsel
Englischer Name: Blackbird
Französischer Name: Merle noir
Wissenschaftlicher Name: Turdus merula

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Art.Nr.: 814707D


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Amsel, Turdus merula, Blackbird, Merle noir
Tonaufnahmen: Karl-Heinz Dingler, Text: Christian Fackelmann,
Foto: Andreas Schulze

26 Titel - 30 Tonaufnahmen

Spieldauer insgesamt 33 Minuten

Die Amsel ist eine der häufigsten und bekanntesten Vögel Mitteleuropas und als sehr anpassungsfähige Art auch überall in Siedlungsbereichen anzutreffen. Selbst in dicht bebauten Großstädten findet sie ihr zusagende Nischen und erfreut die Bewohner mit ihrem Gesang. Ursprünglich war die Amsel ein reiner Waldvogel und nur im Sommerhalbjahr in Mitteleuropa anzutreffen. Die Besiedlung der Städte ermöglichte es der Art ganzjährig im Brutgebiet zu bleiben, das Zugverhalten wurde vor allem von den Männchen nach und nach aufgegeben. Gute Nahrungsbedingungen in den Gärten und bessere klimatische Bedingungen erlauben mehrere Jahresbruten und führten zu einer Bestandsexplosion. Inzwischen stellen die Stadtamseln in Mitteleuropa die große Masse der Population, während die Waldamseln nur noch einen kleinen Anteil ausmachen.

Bereits im Winter beginnen die Männchen leise zu singen. Mit einsetzendem Tauwetter im Frühling ist in der Morgen- und Abenddämmerung von Hausdächern oder Baumspitzen der lang anhaltende Reviergesang zu hören. Zusammen mit Haus- und Gartenrotschwanz startet die Amsel etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang das morgendliche Vogelkonzert. In gut beleuchteten Stadtgebieten stimmen die Sänger zuweilen mitten in der Nacht ihren Gesang an. Die volltönenden, melodiösen und abwechslungsreichen Strophen des Amselliedes gehören zu den schönsten und für menschliche Ohren wohlklingendsten Gesängen, welche die heimische Vogelwelt zu bieten hat. Die Häufigkeit und Allgegenwart des Sängers mindert jedoch weitgehend die allgemeine Wertschätzung der Sangesleistung und das Empfinden, etwas Besonderes zu hören. 

In das überaus vielfältige Repertoire an Strophen werden auch Imitationen anderer Vögel und Geräusche eingefügt, so dass lokale Dialekte entstehen. Durch regelmäßig wiederholte Lieblingsmotive lassen sich die einzelnen Sänger mit einiger Übung gut identifizieren. Bis zu vier Brutpaare je Hektar leben in Ortschaften; die balzenden Männchen singen oft nur ein Hausdach entfernt voneinander. Regelmäßig üben sich die Reviernachbarn in Kontergesängen, bei denen die Sänger wechselseitig auf eine bestimmte Strophe des Gegenspielers mit einer ähnlichen Strophe antworten. Konnte ein Männchen ein kleines Revier besetzen, wird dieses energisch gegen Eindringlinge verteidigt. Auch das Spiegelbild in Glasscheiben wird manchmal bis zur Erschöpfung bekämpft. Nach der Balzzeit lässt die Territorialität etwas nach.

Die Paare gehen in der Regel eine Saisonehe ein. Je nach Witterung findet die erste Brut bereits Ende Februar oder Anfang März statt, zwei – in seltenen Fällen sogar drei – weitere folgen bis zum Herbst. Das innen mit Lehm oder Schlamm verfestigte Nest wird relativ niedrig in Hecken, immergrünen Gehölzen oder Kletterpflanzen, aber auch an allen möglichen Stellen an Gebäuden gebaut. Nach knapp zwei Wochen schlüpfen die Jungvögel, nach weiteren zwei Wochen verlassen sie das Nest. Etwa eine Woche benötigen sie, um fliegen zu lernen. Durch anhaltende hohe Warnrufe („Tixen“), die bei stärkerer Erregung in Zetern übergehen, machen die Altvögel auf einen Brutplatz im Garten aufmerksam. Hält sich eine Katze oder ein Mensch ohne unmittelbare Bedrohung in der Nähe des Nestes auf, werden monotone Serien unterdrückter Unmutslaute („djück“-Rufe) ausgestoßen. Katzen, Steinmarder und Elstern sind neben menschlichen Aktivitäten die Hauptursachen für Brutverlust. Bei weit weniger als der Hälfte der begonnenen Bruten kommen Jungvögel zum Ausfliegen. Aber auch die Altvögel sind durch Straßenverkehr, Boden- und Luftfeinde oder Fensteranflug gefährdet. Durch mehrere Bruten pro Jahr werden diese Verluste jedoch ausgeglichen.

Die ausgeflogenen Jungvögel halten sich in den Folgetagen zumeist am Boden unter Sträuchern auf und machen durch laute Bettelrufe auf ihren Standort aufmerksam. Danach folgen sie den Eltern hüpfend und bettelnd bei der Suche nach Regenwürmern und Insekten auf Grünflächen oder ins Geäst Beeren tragender Sträucher. Mit einem gedehnten, durchdringenden „siih" warnen die Altvögel die Familie beispielsweise vor überfliegenden Greifvögeln. Daneben verfügt die Amsel über eine große Bandbreite weiterer unterschiedlicher Lautäußerungen, welche je nach Situation, Alter und Erregungszustand der Vögel geäußert und variiert werden. Während des ganzen Jahres nutzen Amseln bestimmte Schlafplätze im dichten Geäst von Bäumen oder Sträuchern. Nach der Brutzeit bilden sich in städtischen Grünanlagen oder Friedhöfen oft individuenstarke Gemeinschaftsschlafplätze. Begleitet wird der abendliche Einflug zum Schlafplatz von aufgeregtem Tixen und Zetern.

Im Juli hören die alten Männchen auf zu singen, während die diesjährigen Vögel einen leisen Jugendgesang anstimmen. Dieser ähnelt dem Herbstgesang, den die adulten Männchen oft bis zum Wintereinbruch vortragen. 

Die nachfolgenden Tonaufnahmen entstanden zum Großteil in einem über Jahre besetzten Revier in einem Garten in Oberbayern (Süddeutschland). Um den lokalen Unterschieden bei den Lautäußerungen gerecht zu werden, und als Ergänzung zu diesen Aufnahmen sind im Anschluss (ab Titel 19) Gesänge von Männchen aus verschiedenen Gebieten Europas sowie einige Rufvarianten zu hören.

Gesamtspieldauer: 33 Minuten

 INHALT der 30 Tonaufnahmen des Downloads:

 Titel 1 (1:52) Gesang des Männchens im März.
Titel 2 (2:00) Gesang des Männchens.
Titel 3 (2:50) Gesang des Männchens und Rufe im März.
Titel 4 (1:03) Tixen eines Vogels bei einer Störung und Zetern beim Abflug.
Titel 5 (0:42) Warnrufe eines Vogels bei einer Störung.
Titel 6 (1:05) Warnrufe und Unmutslaute mehrerer Vögel im Juli bei Anwesenheit einer Katze im Garten.
Titel 7 (1:09) Warnrufe bei Annäherung einer Katze an den Brutplatz.Titel 8 (0:20) Rufe eines Jungvogels und Warnrufe eines der Altvögel.
Titel 9 (0:31) Rufe eines Jungvogels.Titel 10 (1:01) Rufe eines älteren Jungvogels. Hintergrund: Amselgesang, Hausrotschwanz, Mauersegler, Türkentaube, Haussperling u. a.
Titel 11 (0:46) Alarmrufe eines Jungvogels, im Hintergrund einer der warnenden Altvögel.Titel 12 (0:43) Warnruf eines Vogels vor einem überfliegenden Greifvogel.
Titel 13 (1:03) Warnruf eines Vogels vor einem Greifvogel bei leichtem Regen.Titel 14 (1:48) Leiser Gesang im Juli.
Titel 15 (0:30) Verschiedene Rufe.
Titel 16 (1:20) Warnrufe mehrerer Vögel.Titel 17 (0:23) Zetern eines Vogels.
Titel 18 (0:25) Tixen.
Titel 19 (1:07) Gesang eines Männchens an einem Waldsee bei Andechs in Oberbayern im Mai. Hintergrund: Zilpzalp.
Titel 20 (0:56) Leiser Gesang.Titel 21 (2:04) Leiser Gesang.
Titel 22 (2:18) Gesang.Titel 23 (0:00 – 0:12 – 0:22 – 0:38 – 0:51 – 1:10) Verschiedene Rufe.
Titel 24 (1:20) Leise Unmutslaute.Titel 25 (0:45) Unmutslaute und Zetern.
Titel 26 (3:21) Gesang.

Hörproben

  • 1. Amsel Gesang
  • 6. Amsel Warnrufe
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