NABU-Lieder Grünspecht, Kleiber, Wendehals * Audio-CD

Frank Rebitschek und Michael Hausburg

Deutscher Name: Grünspecht, Kleiber und Wendehals
Englischer Name: Grünspecht, Kleiber und Wendehals
Französischer Name: Grünspecht, Kleiber und Wendehals
Wissenschaftlicher Name: Grünspecht, Kleiber und Wendehals

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Art.Nr.: 209102


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Herausgeber: NABU-BFA Umweltbildung & NABU-Gruppe Marbach
Mit freundlicher Unterstützung von Dr. Klaus Ruge

Von Grünspecht, Kleiber, Wendehals
Lieder von Spechten und Bäumen
mit Frank Rebitschek und Michael Hausburg

Mit dieser Audio-CD möchte der NABU noch mehr Menschen für den Schutz der Natur werben. Neben der Freude an Melodien und Rhythmen vermitteln diese Lieder auch Einblicke in natürliche Zusammenhänge in der Natur.

Seit mehr als 20 Jahren haben Michael Hausburg und Frank Rebitschek Konzerte und Musicals mit naturkundlich-künstlerischer Thematik geschaffen. In ihren Liedern führen sie die alte Tradition des Vogelliedes weiter, aber mit neuen Themen und neuen Klängen. Naturkundliche Korrektheit ist ihnen bei ihrem musikalisch-künstlerischen Schaffen wichtig. Die Lieder verblüffen nicht nur durch überraschende Arrangements, sondern auch durch neue Klänge, erzeugt auf alten oder selbstgeschaffenen Instrumenten wie etwa dem Spechtophon. Mehr Informationen über diesen beiden Künstler finden Sie im Booklet diese Lieder-CD.

INHALT der Audio-CD:
1. Spechtkanon * Frank Rebitschek * 2:39 * Hörprobe siehe nach den Liedtexten
2. Picus viridis * Michael Hausburg * 2:23
3. Zimmermannslied
* Michael Hausburg * 2:46 * Hörprobe siehe nach den Liedtexten
4. Wendehals
* Frank Rebitschek * 2:21
5. Kleiber, Kleiber, kleiner Kleistermann
* Frank Rebitschek * 1:57 * Hörprobe siehe nach den Liedtexten
6. Trinklied
* Michael Hausburg * 2:14
7. Er hat nur drei Zehen
* Frank Rebitschek * 3:02
8. Die Spechtschmiede
* Michael Hausburg * 2:42 * Hörprobe siehe nach den Liedtexten
9. Alter Falter
* Frank Rebitschek * 2:00
10. Siebenschläfers Traumlied
* Frank Rebitschek * 2:58
11. Bauer Immermann
* M: Michael Hausburg, T: Frank Rebitschek * 2:59
12. Lied von der Streuobstwiese
* Frank Rebitschek * 3:31 * Hörprobe siehe nach den Liedtexten


Texte der Lieder:

1. Spechtkanon
Text und Musik: Frank Rebitschek

Ein Specht fliegt mit Vergnügen übers Tal in langen Zügen. So wiegt er sich beim Fliegen.
Aber ihm kann`s nicht genügen. Er fliegt weiter durch den Wald und sucht einen Baum, den er mag.
Dann hämmert und wetzte er, Rinde zerfetzt er, klopft er den ganzen Tag.



2.
Picus viridis

Text und Musik: Michael Hausburg

Picus viridis, Hochwohlgeboren, aus einem Ei geschlüpft in der Nacht.
Geh in den Schlosspark, trau deinen Ohren, hör, wie er hämmert, trommelt und lacht.
Picus viridis, Erdspecht und Meister, Ameisenjäger in Wald und Flur.
Picus viridis, Grünspecht so heißt er, grün wie ein Edelstein der Natur.

Ameisenhügel weiß er zu finden, bohrt seinen Schnabel tief hinein.
Sucht sie an Stämmen unter den Rinden. Können nicht mal unterm Schnee sicher sein.
Picus viridis, Hochwohlgeboren,…

Für den Naturschutz haben die Leute gleich hinterm Schloss ein Schild aufgestellt.
Morsch war der Pfosten, drin saß die Beute. Schnell hat der Grünspecht das Schild gefällt.
Picus viridis, Hochwohlgeboren,
Ja, so ein Grünspecht ist doch sehr eigen. Wer ihn mal sieht, glaub mir, der weiß das auch.
Lacht er uns aus oder will er uns sagen: ich bin noch da zwischen Wald, Park und Strauch.



3.
Zimmermannslied
Text und Musik: Michael Hausburg

Er ist im Wald der Zimmermann, der Specht, der Specht, der Specht.
Er zimmert, wie es keiner kann, der Specht, der Specht, der Specht.
Er hat im Wald beim Wohnungsbau gar Vieles zu verrichten. Auf Bohrer, Säge und auf Hobel kann er gut verzichten.
Sein Schnabel als einziges Werkzeug ihm nützt, während er sich auf die Schwanzfedern stützt.

Er ist im Wald der Zimmermann, der Specht, der Specht, der Specht.
Er zimmert wie es keiner kann, der Specht, der Specht, der Specht.

Ob Kleiber, Meise, Wendehals, der Steinkauz oder Bienen; auch Fledermäuse sind vor seiner Höhle schon erschienen.
Und zieht unser Zimmermann dann einmal aus –
die Nachmieter freu` n sich auf sein schönes Haus.

Er ist im Wald der Zimmermann, der Specht, der Specht, der Specht.
Er zimmert wie es keiner kann, der Specht, der Specht, der Specht.
Der Kleiber, der der erste war, klebt gleich den Eingang zu. Nur er allein passt nun durchs Loch. So hat er seine Ruh.
Der Siebenschläfer, noch müde und klein, stimmt in den Chor der Waldvögel ein.

Er ist im Wald der Zimmermann, der Specht, der Specht, der Specht.
Er muß mehr zimmern als er kann, der Specht, der Specht, der Specht.
Weil er nicht alles schaffen kann, drum helfen die Verwandten: der Grauspecht, Grünspecht, Schwarzspecht, selbst vom Mittelspecht die Tanten.
Ob klein oder groß, sie kennen sich aus und zimmern für jeden das passende Haus.
Er ist im Wald der Zimmermann, der Specht, der Specht, der Specht.



4.
Der Wendehals
Text und Musik: Frank Rebitschek

Er kommt so spät im Jahr. Die andern sind schon da, doch ohne Furcht sieht er sich um.
Klopfen kann er nicht so richtig, doch so wichtig ist das nicht, dreht er sich um.
Dreht er seinen Kopf, spreizt den braunen Schopf. Nichts entgeht ihm auf der Welt
Sucht er vorn herum, rechts und hinten rum, findet so, was ihm gefällt.

Refrain: Ja, der Wende-, Wende-, Wendehals
Ist nur selten und nicht lange Zeit zu sehn.
Zieht es vor, den Sommer früher zu beenden als
Hier vor Hunger oder Kälte zu vergehn.

Eine Höhle sucht er. Jeden Baum besucht er. Keine Wohnung ist dabei.
Wo die Spechte hausen, bleibt er doch nur draußen. Nirgendwo ist ein Loch frei.
Wer nicht wagt, gewinnt nicht und wie der Wind wird von ihm ein Loch besetzt.
Kleiber war nicht da. Ohne Weib er war. Kleiber hat sich da verschätzt.
Ja, der Wendehals…

Findet Wendehals beinah sein Ende, als der Kleiber kehrt empört zurück.
Holt sich Lehm und Wasser und verschmiert die Masse in dem Loch bis auf Stück.
Ach, du Wendehals, grade noch dein Hals und Kopf schaun` noch aus dem Haus.
Käm` kein Vogelfreund, der es gut gemeint, wär dein Vogelleben aus.
Ja, der Wendehals

Du kommst so spät im Jahr, die andern sind längst und du drehst deinen Hals herum.
Klopfen kannst du nicht so richtig, doch so wichtig ist das nicht, drehst du dich um.
Drehst dich linksherum, drehst dich rechtsherum und dann fliegst du weiter fort.
Findest Würmer und Borkenkäfer und auch zum Wohnen einen Ort.
Ja, der Wendehals…

 

5. Kleiber, Kleiber, kleiner Kleistermann
Text und Musik: Frank Rebitschek

Kleiber, Kleiber, kleiner Kleistermann, fängt den Tag mit Lehm und Spucke an
und er mauert und er schmiert, wo das Loch zur Höhle führt.
Was gemauert ist wird bleiben, Kleiber lässt sich nicht vertreiben.

Kleiber, Kleiber, kleiner Kleistermann,
fängt den Tag mit Lehm und Spucke an.
Kleiber, Kleiber, kleiner Kleistermann, turnt und klettert, wie nur er es kann. Läuft kopfüber und kopfunter über alle Rinden.
Hier ein Spinnchen, dort ein Würmchen, Käfer will er finden
Stell die Welt mal auf den Kopf, bleibst du nie ein armer Tropf.
Kleiber, Kleiber, kleiner Kleistermann, turnt und klettert, wie nur er es kann.

Kleiber, Kleiber, kleiner Kleistermann, hört nur, wie der Kleiber rufen kann.
Spechten und Meisen manch Würmchen entgeht, wenn der kleine Kleistermann auf Nahrungssuche geht.
Jeder der ihn noch nicht sieht, hört doch schon sein Kleiberlied.
Kleiber, Kleiber, kleiner Kleistermann, fängt den Tag mit Lehm und Spucke an.

 

6. Trinklied
Text und Musik: Michael Hausburg

Ringel, ringel, Rinde, an Ahorn, Birke, Linde.
Was so ein Specht nicht alles kann. Er zapft sogar die Bäume an,
klopft Loch an Loch rundherum Ringe, dass Ringelsaft aus dem Stamm dringe

Ringel, ringel, Rinde, an Ahorn, Birke, Linde
Quillt aus dem Baum der Ringelsaft. Zum Fliegen braucht man sehr viel Kraft.
Es trinken die Spechte und Meisen; auch die ohne Flügelschlag reisen

Ringel, ringel, Rinde, an Ahorn, Birke, Linde.
Und selbst der Hirsch, so groß und stolz, leckt Ringelsaft vom Spechtbaumholz.
Ein Eichhörnchen knabbert geschwinde, hoch oben im Baum süße Rinde.

Ringel, ringel, Rinde an Ahorn, Birke, Linde
und gibt es Saft im Überfluss, dass keiner durstig bleiben muss,
dann ist der Saft lang nicht verloren. Zu Alkohol wird er vergoren.

Ringel, ringel, Rinde, zum Trunke kommt geschwinde!
Gelaufen, geflogen, gehüpft und geschwirrt. Wir feiern heute unsern Wirt
und singen vereint an der Linde: Es lebe der Specht! Ringel, Rinde!

Ringel, ringel, Rinde, Gelage an der Linde.
So manchem Specht ist gar nicht wohl nach dieser Menge Alkohol.
Der eine der hat einen Kater, der andere wird vielleicht Vater

Ringel, ringel, Rinde an Ahorn, Birke, Linde.
Der süße Saft lockt manch Getier und wenn er gärt, gibt’s Vogelbier.
Der Uhu der blinzelt betroffen. Die Spechte sind wieder betrunken.

Ringel, ringel, Rinde, an Ahorn, Birke, Linde.
Was so ein Specht nicht alles kann. Er zapft sogar die Bäume an.
Wir singen an Ahorn und Linde. Es lebe der Specht.
Ringel, rinde…

 

7. Er hat nur drei Zehen, der Dreizehenspecht
Text und Musik: Frank Rebitschek

Er hat nur drei Zehen, doch darauf kann er stehen.
Auf den Schwarzwaldhöhen kann man ihn sehen.
Die kahlen Föhren wählt er. Deren Rinde schält er.
Und was er findet, trägt er in seine Höhle.

Er hat zwar nur drei Zehen, doch das macht ihm nichts aus.
Er klettert in die Höhen und baut sich dort sein Haus.
Schwarzer Frack mit weißen Flecken
macht es schwer ihn zu entdecken.
Nur beim Männchen auf dem Kopf
Leuchtet hell ein goldner Schopf.

Er hat zwar nur drei Zehen, doch das macht ihm nichts aus.
Er liebt sehr die Fichten, doch nicht die zu dicht stehn.
In schlanken hohen Föhren lässt er sich hören.
Wo kalte Winde wehen, dort ist er zu sehen.
Und nur ganz selten fliegt er hinab ins Tal.

Er hat zwar nur drei Zehen, doch das macht ihm nichts aus.
Er klettert in die Höhen und baut sich dort sein Haus.
Schwarzer Frack mit weißen Flecken
macht es schwer ihn zu entdecken.
Nur beim Männchen auf dem Kopf
leuchtet hell ein goldner Schopf.

Er hat zwar nur drei Zehen, doch das macht ihm nichts aus.
Das Totholz, das mag er, darin die Käfer packt er,
auch Spinnen und Maden ganz ohne Schaden
verschlingt er sie mit Lust und schleckt mit langer Zunge
der Bäume Saft auf, denn dieser gibt ihm Kraft.

Er hat zwar nur drei Zehen, doch das macht ihm nichts aus.
Er klettert in die Höhen und baut sich dort sein Haus.
Schwarzer Frack mit weißen Flecken
macht es schwer ihn zu entdecken.
Nur beim Männchen auf dem Kopf
leuchtet hell ein goldner Schopf.

Er hat zwar nur drei Zehen, doch das macht ihm nichts aus.

 

8. Die Spechtschmiede
Text und Musik: Michael Hausburg

Im Wald steht eine Schmiede, die hat gar keine Glut.
Der Wirt braucht einen Schnabel, viel Wissen und auch Mut.
Er hat auch keinen Amboss, doch hämmert er voll Stolz
auf Zapfen, Nüssen, Eicheln, Bucheckern und auf Holz.

Refrain: Hacken, klopfen, schlagen, brechen, Zacken knacken, Schnabel stechen.
Samen aus den Zapfen hacken und sogar auch Nüsse knacken.
Ja, so ist es recht! Nicht schlecht, Herr Specht.

Der Specht als Schmiedemeister, wie kann denn das nur sein?
Hackt Löcher in die Bäume und klemmt dort Nüsse ein.
Auch Zapfen von den Fichten und manchen harten Kern,
auch Gabeln in den Ästen benutzt er dafür gern.

Refrain: Hacken, klopfen…
Und hat der muntre Vogel sein Tagewerk vollbracht,
dann hämmert er oft weiter, nur weil`s ihm Freude macht.
Ein Spechtweibchen hört gerne, das Hämmern schnell und laut
und unser Schmiedemeister hat bald schon eine Braut.
Refrain: Hacken, klopfen

Für seine Spechtfamilie hackt er nun Holz heraus
Und bald schon sind Spechtkinder in seinem neuen Haus.
Fünf Schnäbel, immer hungrig, zu stopfen fällt schon schwer.
Die Schmiede gleich am Baume hilft ihm dabei doch sehr.
Refrain: Hacken, klopfen

 

9. Alter Falter
Text und Musik: Frank Rebitschek

In einer dunklen Höhle sitzt ein was? Ein ichweißnichtwas. Ein erweißnichtwas.
Hört, was ich euch erzähle, ist ein Spaß. Nein, das ist kein Spaß. Nein, das ist kein Spaß.
Ich habe mich hoch aufgereckt und meine Hand hineingesteckt.
Da hat er sich hoch aufgereckt und seine Hand hineingesteckt.
Das wisperte und knisterte, das tackte und das knackte fein.
Zog schnell die Hand zurück.

Wer saß mitten im Winter in dem Baum? Wer saß in dem Baum? Wer steckte wohl dahinter in dem Raum?
In dem dunklen Raum. Das hab ich dann bald aufgedeckt, die Taschenlampe reingesteckt.
Ich traute meinen Augen kaum: drei Dutzend Falter schwarz und braun
Die wisperten und knisterten, die tackten und die knackten fein,
die wisperten und knisterten, die tackten und die knackten fein
und hielten Winterschlaf.

Im Keller saß ein Alter. Dort saß was? Ein ichweißschonwas.
Ja er weiß schon was. Ja er weiß schon was. Ein schwarz und brauner Falter.
Ja der saß hinterm Fensterglas, hinterm Fensterglas.
Ich hab ihn nur leicht angetippt, doch er war so tief eingenickt.
Da trug ich ihn zum Wald hinaus und setzt` ihn in der Höhle aus.
Die andern Falter wisperten, begrüßten ihn und knisterten.
Sie wisperten und knisterten, sie tackten und sie knackten fein
und schliefen langsam wieder ein
und träumten noch ein Stück.

 

10. Siebenschläfers Traumlied
Text und Musik: Frank Rebitschek

Wenn die Nebel steigen und die Wälder schweigen,
rollt sich ein die kleine Mutter Siebenschlaf
Groß sind schon die Kinder und bald kommt der Winter,
warm hat sie sich zugedeckt mit Moos und Gras.
Und träumt einen langen Traum
Sieben Monat` bis zum nächsten Jahr im Buchenbaum.
Träumt vom Frühling, vom Wind der von Süden her weht,
bis zu ihr in die Höhle ums Näschen ihr geht.
Träumt von Knospen so zart, dass sie
in der Mainacht gut schmecken. Im April wär`s zu früh.

Wenn die Nebel steigen und die Wälder schweigen,
rollt sich ein die kleine Mutter Siebenschlaf
Groß sind schon die Kinder und bald kommt der Winter,
warm hat sie sich zugedeckt mit Moos und Gras.
Und träumt einen langen Traum.
Sieben Monat` bis zum nächsten Jahr im Buchenbaum.
Träumt vom Klettern im Garten mit den Kindern bei Nacht.
Können niemals erwarten, bis der Mondschein erwacht.
Suchen Rinde so lecker und auch Käfer und Gras,
all die fetten Insekten, ja von allem etwas.

Wenn die Nebel steigen und die Wälder schweigen,
rollt sich ein die kleine Mutter Siebenschlaf.
Groß sind schon die Kinder und bald kommt der Winter,
warm hat sie sich zugedeckt mit Moos und Gras.
Und träumt einen langen Traum.
Manchmal träumt sie auch einen ganz seltsamen Traum,
träumt sie fliegt wie ein Vogel von Baum zu Baum
und sie trifft einen Mann, fliegt mit ihm durch die Nacht.
Alles fängt so schön an, doch leider schläft er bis acht.
Wenn die Nebel steigen und die Wälder schweigen,
rollt sich ein die kleine Mutter Siebenschlaf
Groß sind schon die Kinder und bald kommt der Winter,
warm hat sie sich zugedeckt mit Moos und Gras.

 

11. Bauer Immermann
Musik: Michael Hausburg, Text: Frank Rebitschek

Einst lebte Bauer Immermann in seinem Dorf am Waldesrand und hielt gar viele Bienen.
Nicht etwa nur ein Völkchen klein, nein, viele Dutzend mussten‘ s sein. Da ließ sich's gut verdienen.
Was niemand wusste zu der Zeit: er ließ kein Quäntchen Süßigkeit, auch Zucker nicht den Bienen,
er schleuderte und schaffte fort, was sie gesammelt aus dem Ort und ließ sie für sich dienen.
Die Bienen traf die Hungersnot. Sie spürten schon den nahen Tod. Hier wollten sie nicht wohnen.
Mit Brummen schwärmten aus dem Loch viel tausend Bienen und dann noch die Königin und Drohnen.
Man flog hinüber in den Wald. Auf einer Lichtung fand sich bald ein Stamm mit starken Ästen.
Sie hängten sich geschwind daran, vieltausend hingen wie ein Mann. So wärmt es sich am besten.

Der Bauer kam und zorngeplagt hat er im Dorf herumgefragt. Er suchte viele Stunden.
Er rannte fort, die kreuz und quer, vom Feld zum Wald und etwas mehr, fast hätt er sie gefunden.
Im Walde hat schon jedermann erfahren, wer sich dort am Stamm so festhält und nach unten lief eine Spur so süß und rein.
Das konnte doch nur Honig sein. Den hatten sie gefunden.

Der Käfer und die Igelfrau, das Waldhuhn und die schwarze Sau. Und obendrein der Specht.
Die Tiere schlürften, dippten, leckten, die Mäuse und auch die Insekten und jedem war die Mahlzeit recht.

Da nahte Bauer Immermann. Der Häher schrie:“ Er macht sich dran, die Bienen fortzuholen!“
Zum Handeln war es höchste Zeit. Ein Specht sah die Gelegenheit und blinzelte verstohlen.
Packt an, kommt mit, macht euch bereit! Ich weiß ein Haus, das liegt nicht weit. Folgt mir jetzt mit Gesause." Er rief s.
Die Bienen flogen nach und fanden unterm Fichtendach ein Höhlenspechtzuhause.

So hoch, so unerreichbar tief im Stamm und wie der Bauer rief, es wollt ihn niemand hören.
Die Bienen war` n für immer fort und brauchten keinen andern Ort. Wer wollt‘ s ihnen verwehren?

Vor Jahren gab es noch die Bären, die sich auch gern von Honig nähren.
Doch dafür sind die Zeiten schlecht. Sing lange oder kurze Lieder, die Bären kommen doch nicht wieder.
Es lacht der Höhlenwirt, der Specht.

 

12. Lied von der Streuobstwiese
Text und Musik: Frank Rebitschek

Geh mal hinaus durch das grüne Tor. Lass den hohen Wald hinter dir.
Über weichem Gras summt ein Bienenchor und Millionen Blüten duften hier.
Ja, die Streuobstwiese ist ein ganz besondrer Ort für Pflanzen- Tier- und Menschengeschlecht.
Ein Schafbock weidet und Kinder spielen dort und im grünen Laub lacht der Specht.

Die Zweige der alten ermüdeten Bäume werden Äpfel und Birnen noch tragen.
Dort leg dich ins Gras, schau nach oben und träume
Und lausch, was die Bäume dir sagen.

Ja, die Streuobstwiese ist ein ganz besondrer Ort für Pflanzen- Tier- und Menschengeschlecht.
Ein Schafbock weidet und Kinder spielen dort und im grünen Laub lacht der Specht.

Die knorrigen Stämme, sie gleichen Skulpturen. Ihr Leben dient nicht mehr dem Ertrag.
Die Zeit und der Wind hinterließen hier Spuren und manchmal ein Blitzeinschlag.

Ja, die Streuobstwiese ist ein ganz besondrer Ort für Pflanzen- Tier- und Menschengeschlecht.
Ein Schafbock weidet und Kinder spielen dort und im grünen Laub lacht der Specht.

Hörproben

  • 1. Spechtkanon
  • 3. Zimmermannslied
  • 5. Kleiber
  • 8. Spechtschmiede
  • 12. Streuobstwiese
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